Woche 25 – Eigenleistung Malerarbeiten Treppe

08.12.2013 – Gestern haben wir unsere Treppe lackiert, denn eigentlich sollten morgen, am 09.12., unsere Treppenstufen montiert werden. Leider habe ich bereits am Donnerstag von unserem Bauleiter die Information bekommen, dass sich der Termin verschiebt. Neuer Termin für die Treppenstufen ist jetzt KW51, also die letzte volle Arbeitswoche vor Weihnachten. Nichtsdestotrotz haben wir uns entschieden, die Treppe bereits zu lackieren und anschließend die Baustufen wieder zu montieren.

Wir haben auf Empfehlung von Andreas vom www.hausbau-blog.org den Lack “Dickschutz” von Südwest verwendet. 0,7 l reichen für das Treppengerüst aus. Zu kaufen gibt’s diese Farbe zum Beispiel bei Prosol in Nürnberg. Wir haben uns für den Farbton “anthrazit” entschieden. Sieht super aus und ließ sich sehr schön verarbeiten. ACHTUNG: Der Lack ist lösemittelhaltig, weshalb für ausreichend Belüftung gesort werden sollte. Kinder sollten sich in dieser Zeit vielleicht nicht unbedingt im Haus aufhalten.

Woche 20/21 – Eigenleistung Malerarbeiten

Helfer10.11.2013 – Nun war es also soweit: Unser Bauleiter teilte uns mit, dass es am besten wäre, die Decken dort zu streichen, wo der Boden gefliest wird, bevor mit den Fliesenarbeiten am Boden begonnen wird. Macht natürlich Sinn, so erspart man sich die nervige Abkleberei. Also gut, Helfer zusammengetrommelt, Malerarbeiten geplant.

Da dies mehr Aufwand ist, als man sich immer so denkt, möchte ich hier für zukünftige Bauherren eine kleine Liste der Arbeiten machen, welche wir durchgeführt haben. Nicht dabei sind hier die Malerarbeiten im Heizungsraum, die schon vor einigen Wochen notwendig waren, damit die Heizung eingebaut werden konnte.

  • Decken im EG für das Tapezieren vorbereiten (ca 1 Manntag): Im Ergeschoss haben wir uns entschieden, die Betondecken mit Rauhfaser zu tapezieren, damit man die verspachtelten Stöße der Betonfertigteile nicht mehr sieht. Damit die Betondecken tapeziert werden können, sollte man diese mit Tiefengrund vorbereiten, damit der Untergrund nicht den Tapetenkleister völlig aufsaugt und die Tapete wieder runterkommt. Wir haben für sämtliche Grundierungsarbeiten den Tiefgrund von Obi für Innen verwendet (genaue Packungsbeschreibung gerne auf Nachfrage). Wichtig ist hierbei vor allem, dass der Tiefgrund Lösemittelfrei ist. Das hat zum einen gesundheitliche Gründe und zum anderen habe ich gelesen, soll der Tapetenkleister nicht so gut auf Lösemittel reagieren :-). Für das Auftragen des Tiefgrund haben wir uns für die Farbrolle als Werkzeug entschieden. Eigentlich sollte Tiefgrund mit einem Quast aufgetragen werden. Wer schon einmal versucht hat Tiefgrund, was flüssig ist wie Wasser, mit einem Quast an die Decke zu streichen, kennt das Ergebnis. Mehr Tiefgrund am Boden darunter als an der Decke. Mit einer Farbrolle und dem richtigen Gefühl klappt das aber ganz gut.
  • Decken im EG tapezieren (mit 4 Personen 1 Tag -> 4 Manntage): Tapezieren von Decken ist gar nicht so schwer, wenn man genügend Hände hat. Für die langen Bahnen im Wohnzimmer (5m) waren wir stets zu dritt, was dann aber ganz ordentlich funktioniert hat. Ein Helfer hat dabei die Kleisterarbeit übernommen. Verwendet wurde “Metylan Spezial” Kleister, der beste Kleister den ich für Rauhfaser kenne. Die Rauhfaser Bahnen satt einkleistern und ca 5-10 min weichen lassen (zusammenklappen), anschließend ab damit auf die Decke, mit der Tapezierbürste festdrücken, damit keine Falten entstehen, und anschließend mit dem Tapezierroller, so wie dem harten Roller für die Kanten, gut festdrücken.
  • Wände und Decken im OG für das Streichen vorbereiten (ca. 4 Manntage): Das Vorbereiten zum Streichen nimmt einige Zeit in Anspruch. Zu den Malerarbeiten gehören nämlich auch Ausbesserungen am Putz, und da gibt es reichlich Macken, die mit Gips gefüllt werden wollen. Alle Handwerker, die so im Haus unterwegs sind, verursachen immer wieder mal kleinere Schäden im Putz, welche man am besten ausspachtelt und mit feinem Schleifpapier nach dem Trocken etwas glattschleift.
    Außerdem sind beim Estrich einbauen einige Spritzer Estrich an der Wand gelandet. Diese Erhöhungen müssen natürlich mit der Spachtel oder einer Putzerkelle entfernt und glattgeschliffen werden, damit man später eine glatte Wand hat.
    Zu den Malerarbeiten gehört weiterhin das Ausspritzen der Kellenschnitte im Innenputz mit Maleracryl. Auch hierzu ein kleiner Tip, den ich von unserem Fliesenleger bekommen habe: Zum abziehen der Fugen einen alten abgebrochenen Zollstock entsprechend der gewünschten Fugenbreite formen (geht einfach indem man den Stock über den Estrich zieht) und damit die Fuge nachziehen. Die Reste des Estrichdämmstreifens müssen auch noch auf Estrichhöhe abgeschnitten werden, was am besten mit einem Cutter funktioniert.
    Bevor dann losgelegt werden kann, sollte man alle Wände und Gipskartonplatten mit Tiefengrund grundieren, da der Untergrund sonst zu stark saugt und zuviel Farbe benötigt werden würde. Zum Tiefengrund haben wir etwas günstigere Dispersionsfarbe gemischt, damit beim Grundieren schon ein kleiner Grundanstrich erfolgt. Viel sieht man beim Mischungsverhältnis 1:5 allerdings nicht, wichtig ist häufiges Aufrühren der Grundierung.
  • Streichen der Wände und Decken (ca. 8 Manntage: inklusive Treppenhaus, aber OHNE Kellerräume): Das eigentliche Streichen ist deutlich zeitaufwändiger als die Grundierung, da wir hier sehr stark darauf geachtet haben, dass die Farbe gut deckt und es gleichmäßig wird. Hierfür haben wir uns auch Profi-Farbe aus dem Farbengroßhandel geholt. Die Wahl fiel auf die Farbe “Caparol Capamaxx”, der Preis für einen 12,5 l Eimer liegt hier deutlich über dem Preis von Alpinaweiß (genaueres auf Anfrage), wir finden aber es hat sich gelohnt. Die Farbe deckt super, ist total ergiebig und dem aktuellen Eindruck nach werden wir kein zweites Mal streichen. Außerdem lässt sich die Farbe sehr schön verarbeiten und spritzt so gut wie gar nicht.
    Für die Decken im Gästebad und im Bad haben wir uns mehrere Meinungen eingeholt. Der Farbenhändler und ein bekannter Sachverständiger überzeugten uns, dass Latexfarbe die beste Wahl wäre. Grundsätzlich wurde im Bad grüner Gipskarton verbaut, welcher an sich gegen Feuchtigkeit vorbehandelt ist. Die Latexfarbe soll Eindringen von Feuchtigkeit zusätzlich verhindern. Kritiker behaupten, dass immer etwas Feuchtigkeit eindringt und diese auch wieder entweichen muss, weshalb Latexfarbe nicht gut wäre. Die von uns verwendete Latexfarbe habe ich gerade namentlich nicht im Kopf, die Farbe hat Nassabriebsklasse 1 und ist diffusionsoffen, das heißt die Wand kann trotzdem noch bis zu einem gewissen Maße atmen. Ob es richtig war, wird sich in ein paar Jahren zeigen.
    Beim Streichen der grünen Gipskartonplatten haben wir uns außerdem dazu entschieden, die Platten mit verdünnter Dispersionsfarbe (Obi Arcticweiß) vorzustreichen, damit der Anstrich mit der Latexfarbe gut deckt.

Zusammengefasst kann man festhalten, dass die Malerarbeiten gerne unterschätzt werden. Wenn man allerdings genügend Helfer hat, ist es auf jeden Fall auch relativ kurzfristig machbar. Danke an dieser Stelle an alle Helfer! Bei uns sind aktuell noch die Malerarbeiten in den übrigen Kellerräumen, sowie das Lackieren der Treppe offen. Finanziell lohnt es sich in jedem Fall, selbst wenn man eine sehr hochwertige Farbe verwendet.